Pressenachbericht

Neuhonrath + Auel begeistert Landesjury im Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft"

Der 5. September 2025 geht in die Dorfchronik als „Tag voller Geschichte, Gemeinschaft und gelebter Zukunft“ ein, denn dann präsentierte sich die Dorfgemeinschaft NEUHONRATH + AUEL der Delegation des Landes NRW im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ und trat damit in den Vergleich mit 32 zukunftsweisenden Dörfern ein. Erst am 08.11.2025 wird die offizielle Preisverleihung durch die Landwirtschaftskammer NRW vorgenommen.

Das Planungsteam der Dorfgemeinschaft Neuhonrath + Auel mit den Ortsteilschildern der Strecken, die während der Jurybereisung im Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ am 05.09.2025 vorgestellt wurden. Sie haben ihre Teilnahme seit Anfang des Jahres vorbereitet und zahlreiche Maßnahmen in Neuhonrath umgesetzt, mit denen sie punkten wollen: (von links hinten): Bürgermeisterin Claudia Wieja, Paul Hoeher, Elmar Zimmermann, Matthias Schmitz, Vizebürgermeisterin Gitti Bäcker-Gerdes, (von links vorne sitzend) Michaela Röhrig, Dorfgemeinschaftssprecherin Ulrike Clever, Cäcilie Obermierbach und Doris Hoeher.

Auf dem Foto fehlt das ständige Planungsteammitglied Uli Pfau. (Foto Marina Alke)

Empfang und Einführung

Mit einem festlichen Empfang im Innenhof von Schloss Auel begrüßte die Dorfgemeinschaft Neuhonrath + Auel die Landesjury des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“. Zu den feierlichen Klängen eines Quintett-Ensembles des Blasorchesters Neuhonrath unter Leitung von Thomas Zerbes zogen die 20 Jurymitglieder pünktlich um 9:45 Uhr in den Innenhof des barocken Schlosses ein – begleitet von einer liebevoll kuratierten Bilderausstellung zur Dorfentwicklung der benachbarten Ortschaften sowie kulinarischen Genüssen des Schloss-Restaurants.

Empfang auf Schloss Auel (Foto rechts: Marina Alke)

(Foto oben: Kira Liedtke, Stadt Lohmar)

Lohmars Bürgermeisterin Claudia Wieja und Landrat Sebastian Schuster (Fotos unten) hießen die Gäste herzlich willkommen. Während Wieja auf die Besonderheiten der Lohmarer Orts-teile Neuhonrath und Schloss Auel einging, würdigte Schuster das Engagement der Region: „Unsere Dörfer sind das Herzstück unseres Kreises und wichtig für das Miteinander! Mit ihrer selbstbewussten Präsentation und der guten Vorbereitung war es der Gemeinschaft von Neuhonrath und Auel gelungen, ihr beeindruckendes zukunftsorientiertes Engagement im Kreiswettbewerb 2024 vorzustellen. Ich wünsche der Dorfgemeinschaft, dass ihr Einsatz auch beim Landeswettbewerb 2025 von Erfolg gekrönt wird.“

Zukunft gestalten – mit Herz und Hand

Die Jury erlebte während der Dorfbesichtigung eine beeindruckende Bandbreite an Angeboten: vom Barockschloss über die üppige Naturlandschaft des Bergischen Landes mit Urwäldern und den FFH-Gebieten der Aggerauen, von der Gedenkstätte für die 315-jährige Dorfeiche über archäologische Belege für eine keltische Siedlung bis hin zu innovativen Nahversorgungskonzepten mit Lastenrädern und mobilen Anbietern.

Beeindruckt haben auch die musikalischen Einlagen von örtlichen Vereinen wie dem Blasorchester Neuhonrath, dem Kirchenchor Neuhonrath und den Naafbachtaler Stubenhockern, die alle in beeindruckender Qualität performten. Die Laienschauspieler des Dilettantenvereins Neuhonrath boten in ihren märchenhaften Kostümen als Teufelchen oder Asterix und Obelix bunte Farbtupfer. Ebenso Willi von Wahlscheid, das Wolfsmaskottchen der Handballabteilung des TV Wahlscheid.

Für ganz besondere Gänsehautmomente sorgte die GGS Wahlscheid. 400 Kinder der Gemeinschaftsgrundschule Wahlscheid begrüßten die Jury mit ihrer Hymne „GGS, das sind wir – eins, zwei, drei und vier“. Zweifellos ein emotionaler Höhepunkt, der lange nachwirken wird. Bürgermeisterin Wieja stellte das Schulzentrum und die vielfältigen Elterninitiativen vor sowie das Sportzentrum vor.

Die Krebsaueler Straße glänzte mit fantasievoll bepflanzten Beeten und einem lebendigen Garagenflohmarkt. Vor allem Paul Hoeher und Elmar Zimmermann haben wir die zahlreichen neu bepflanzten und gepflegten Grünflächen zu verdanken. Ob am Eingang von Neuhonrath oder an den Tennisplätzen oder ob die zahlreichen Straßenbeete, sie haben alles liebevoll und ansprechend hergerichtet. Unterstützt wurden sie dabei von WDR-Fernsehgärtner Rüdiger Ramme, der vor Ort drehte und großzügig Pflanzen für die Umgestaltung spendete.

Das Planungsteam für den Dorfwettbewerb traf sich regelmäßig im Zwei-Wochen-Rhythmus, um Ideen zu entwickeln und gemeinsam umzusetzen. Dabei wurden einige Projekte für die Zukunft ins Auge gefasst.

Und so geht es weiter

Am 19. September 2025 teilt die Landwirtschaftskammer NRW die Nominierungen mit.
Am 08. November 2025 wird in Haus Düsse in Bad Sassendorf die Preisverleihung zwischen 11:30 Uhr und 16:30 Uhr stattfinden. Pro Dorf sind 6–7 Vertreter eingeladen.

Ablauf-Schilderung im Detail

Nach den Begrüßungen präsentierte Ulrike Clever (rechts), als Sprecherin der Dorfgemeinschaft die Route der Bereisung, die per Sprinter und zu Fuß durch alle Ortsteile in Tallage führte. Bürgermeisterin Claudia Wieja (links) zeigt die angesprochenen Teilstücke an der aufgezogenen Übersichtskarte. Die Karte fand sich auch in einem eigens für die Besichtigung erstellten Tour-Guide, mit dem die Jury ausgestattet wurde.
(Foto Kira Liedtke, Stadt Lohmar)

Tatjana von la Valette eröffnete den Rundgang als Stationspatin von Auel und berichtete über die Geschichte von Schloss Auel und dessen Nachhaltigkeitskonzept.

 

Die Tour führte per Sprinter in die Ortsteile Bachermühle, Honsbach, Baach, den Pfarrgrund rund um die katholische Kirche, in die vor 75 Jahren gegründeten Pfarrer-Tholen-Siedlung, nach Schachenauel und Krebsauel.

Jeder Ortsteil wurde durch eine Streckenpatin oder einen Streckenpaten vorgestellt. Uli Pfau, Vorsitzende des Dilettantenvereins Neuhonrath, übernahm die Vorstellung des Ortsteils Bachermühle. Sie berichtete über das FFH-Schutzgebiet entlang der Agger und das frühindustrielle Zentrum der Bachermühle, an der ein florierender Mühlenbetrieb bis in die 1950er Jahre, eine Bäckerei, eine Gaststätte, die Post und eine Bahnstation angesiedelt waren. Nachdem die mit Begrüßungsbannern geschmückte Aggerbrücke bei Bachermühle passiert wurde, bog der Bus nach Richtung Honsbach ein, wo Lohmars Vizebürgermeisterin Gitti Bäcker-Gerdes die Streckenpatenschaft übernahm. Sie wies auf die Honsbacher Mühle und drei Wegekreuze unter Baudenkmalschutz hin, auch auf die im Bau befindliche Aggerbrücke nach Naafshäuschen und das Burghaus Honsbach. Passend zur Burg standen Vertreter der „Honsbacher Hofgesellschaft“ in der Von-Ley-Straße.

Matthias Schmitz, Streckenpate für den Pfarrhof, interessierte die Jury für eine der alten Schulen (Foto Kira Liedtke)

Als der Bus auf die Seelscheider Straße Richtung Baach auffuhr übernahm Matthias Schmitz die Streckenpatenschaft für den Pfarrgrund rund um die katholische Kirche Sankt Mariä Himmelfahrt in Neuhonrath. Hier begrüßte Pfarrer Francis Kaviyil die Delegation auf den Treppenstufen zum Kirchenportal. Der mit rund 25 Sängerinnen und Sängern an einem Freitagvormittag besetzte Kirchenchor Sankt Cäcilia Neuhonrath stand im Foyer der Kirche. Der in diesem Jahr das 130-jährige Vereinsjubiläum feiernde Chor stimmte unter Werner Wude ein erstes Lied an. Selbstverständlich waren die Gäste auch daran interessiert, einen Blick in die Kirche zu werfen. Auf dem Kirchenvorplatz präsentierten die Kinder des katholischen Kindergartens eine Ausstellung selbst gemalter Bilder und begrüßten die Gäste. Der Kirchenchor mit seiner Vorsitzenden Uschi Krämer-Tanski hatte sich zwischenzeitlich vor dem Probenhaus, der alten Grauwacke-Schule, platziert, um ein weiteres schwungvolles Lied in bester Intonation vorzutragen. Hier reihte sich auch der Streckenpate Matthias Schmitz in die Schar der Sänger ein, ist er doch ein aktives Mitglied dieses Traditionsvereins. Am nächsten Fachwerkhaus wartete Alfred Schmitz mit einer Gedenktafel, mit der er auf den Ordensgründer Johannes Höver (1816-1864) verwies, der aus der Kirchengemeinde Neuhonrath stammte. Ulrike Clever und Tatjana von la Valette schlossen sich an und erinnerten an den zweiten entscheidenden christlichen Sozialreformer aus der Kirchengemeinde Neuhonrath: Johann Gregor Breuer (1821-1897), den Initiator der Kolpingwerke. Dann lief die Gruppe den Pfarrhof hinunter bis zum Pastorat und der Kirmeswiese, auf der in der kommenden Woche die „Baacher Wiesen“ (12.-14.09.2025) veranstaltet werden.

Am Eingang zur Pfarrer-Tholen-Siedlung stand Cäcilia Obermierbach mit einer Abordnung aus Flüchtlingshelferinnen und -helfern sowie Geflüchteten, um ein Statement gegen Rassismus auszusprechen. Sie übergaben das Mikrophon an Elmar Zimmermann, der mittlerweile mit fast 80 Jahren der älteste Bewohner der Pfarrer-Tholen-Siedlung ist, die in diesem Jahr ihr 75-jähriges Jubiläum der Grundsteinlegung feierte. Am 25. Mai 1950 war dies ein besonderes Ereignis, welches bis heute nicht in Vergessenheit geraten ist, denn seinerzeit war extra Erzbischof Kardinal Frings mit seinem Gefolge aus Köln zur Grundsteinlegung angereist. Er unterzeichnete eine entsprechende Urkunde, die dann in den Kellermauern des ersten Siedlungshauses verbaut wurde.

 

Die Jury begeistert sich für den neuen Bücherschrank am Eingang von Neuhonrath (Foto: Kira Liedtke, Stadt Lohmar).

Dann ging es gemeinsam an den Eingang von Neuhonrath, wo Ulrike Clever auf die komplette Neugestaltung durch die Dorfgemeinschaft Neuhonrath + Auel in den letzten Monaten hinwies: auf die Wandertafel des VVW, den Bücherschrank aus einem alten Flaschenkühlschrank, auf die durch die Naturschule Aggerbogen bemalten Stromkästen, die gesponserten Ruhebänke, die Streuobstwiese, das umpflanzte Plateau für die Altglas- und Kleider-Container sowie eine – erst am Montag fertiggestellte – Gedenkstätte für die über 315 Jahre alte Eiche, den Stammbaum von Neuhonrath. Alfred Schmitz erklärte, was es mit der alten Eichenscheibe auf sich hat. Gero Heinze berichtete von neuesten archäologischen Grabungsergebnissen, die belegen, dass in Neuhonrath bereits im 1. Jh. vor Christus eine keltische Siedlung existierte.

Ein Ausflug in die Situation der Nahversorgung zeigt, dass Neuhonrath ein Schicksal wie viele Dörfer teilt: Es sind vor allem mobile Anbieter und Lieferservices, die die Bewohnerinnen und Bewohner mit Frischware oder sonstigen Produkten versorgen. Bis auf Bernhards Friseurladen, gibt es keine Geschäfte mehr im Ort. Bis Ende 2023 gab es eine Bäckerei-Konditorei, für die seitdem eine Nachfolge gesucht wird. Drei Lastenfahrräder der Stadt stehen zur kostenlosen Ausleihe zur Verfügung, um größere Einkäufe in den Nachbarorten zu erledigen. Eine nachhaltige Lösung.

Paul Hoeher übernahm die Vorstellung der Krebsaueler Straße mit ihren zahlreichen Straßenbeeten, für die Beet-Paten gesucht wurden. Auf einige besonders kreative Beete konnte er verweisen, z.B. Beete mit umhäkelten Kinderfahrrädern, umrankten Stühlen oder bepflanzten Turnschuhen. Auch für den Dorftrödel Neuhonrath (Garagenflohmarkt) hatte ihre Initiatorin Michaela Röhrig eigens einige Stände entlang der Krebsaueler Straße aufgebaut. Dann öffnete der Sprinter seine Türen vor dem Pausenhof der Gemeinschaftsgrundschule Wahlscheid in Neuhonrath-Krebsauel. Alle 400 Kinder und ihre Lehrerinnen und Lehrer hatten sich vor dem Zaun („“) und diagonal auf dem Schulhof platziert, um die Gäste mit ihrer Hymne „GGS, das sind wir, 1, 2, 3 und 4“ zu begrüßen und für sie ein Spalier zu bilden. Absolute Gänsehautmomente, an die sich die Jurymitglieder und alle Teilnehmenden noch lange erinnern werden.

Bürgermeisterin Claudia Wieja übernahm die Präsentation des Schulzentrums, stellte die Turnhalle, die OGATA, die Villa Regenbogen, den Sportplatz und die Tennisplätze vor und würdigte vor allem die Elterninitiativen und Vereinstätigkeiten.

Über einen schmalen Fuß- und Radweg wurde der neu geschaffene Treffpunkt am Tennisplatzeck erreicht. Hier übernahm Cäcilia Obermierbach und stellte die drei neuen Fitnessgeräte vor, die die Bürgerstiftung Lohmar gesponsert hatte. Und auch Gabriele Willscheid, Geschäftsführerin der Bürgerstiftung Lohmar, war zusammen mit den Gremienmitgliedern Roswitha von Wülfing, Ute Clever und Rainer Krämer zur Tennisplatzecke gekommen und erklärte das Engagement der Stiftung: „Wir fördern, wo Bürgerinnen und Bürger sich mit Leidenschaft einsetzen.“

Zu guter Letzt ging es per Sprinter zur Dorfwiese Schachenauel, wo sich alle eingeladenen örtlichen Fachexperten und die Vereinsvertreter und alle neugierigen und interessierten Bewohner von Neuhonrath versammelt hatten. Caro Schulte-Bisping, die Pächterin und Betreiberin der Wiese, begrüßte die Eintreffenden. Anschließend erhielt die Jury die Gelegenheit, in den Austausch mit den örtlichen Expertinnen und Experten sowie den Vereinsvertretenden zu treten.

Claudia Wieja (rechts) und Ulrike Clever brachten auf der Dorfwiese Schachenauel die Experten zum Austausch zusammen. (Foto Kira Liedtke, Stadt Lohmar).

Kurz vor Ablaufen der vorgeschriebenen zwei Stunden Besichtigungszeit mahnte die Jury-Organisatorin der Landwirtschaftskammer NRW, Kristina Humpesch, zum Ende zu kommen. Es fand eine kurze Verabschiedung und die Verteilung eines kleinen Geschenks mit lokalem Bezug statt – und schon endete die monatelange vorbereitete Bereisung punktgenau nach zwei intensiven Stunden.

Kristina Humpesch, die Organisatorin des Landeswettbewerbs auf Seiten der Landwirtschaftskammer bedankte sich für die kurzweilige Führung und berichtete über den weiteren Ablauf des Wettbewerbs. (Foto 11: Kira Liedtke, Stadt Lohmar)